Ecosia – Die grüne Suchmaschine

Als ich gestern so in meinen Webstatistiken rumschnarchte und schaute, woher meine Besucher kommen fiel mir auf, dass zwei von einer mir bisher unbekannten Suchmaschine weitergeleitet worden sind. Ecosia.org war mir bis dahin kein Begriff und ging der Sache natürlich auf den Grund. Ich war sehr verblüfft, als ich folgendes las:
"Ecosia ist eine grüne Suchmaschine, die 80% ihrer Einnahmen für den Regenwaldschutz spendet."
Klingt gut, aber darüber wollte ich mehr wissen:
Ecosia ist eine ganz normale Suchmaschine, die von Yahoo und Bing bei der Suche unterstützt wird. Die Startseite ist - wie konnte es auch anders sein, grün gehalten und ohne großen Schnickschnack aufgebaut. Soweit so gut. Damit unterscheidet sie sich ja nicht von anderen Suchmaschinen.
Der Unterschied ist allerdings, dass Unternehmen für bestimmte Suchergebnisse an Bing und Yahoo für den Klick zahlen, Bing und Yahoo einen Großteil des Geldes an Ecosia weiterreichen und Ecosia mit 80% seiner Einnahmen den WWF im Amazonas unterstützen.
Alles in allem eine gute Sache. Und wenn das Geld wirklich an den richtigen Stellen ankommt und für den Schutz eingesetzt wird, kann ich nur sagen: Top!
Hier nochmal das Konzept erklärt:
13 Jahre Google

Sie ist aus unserem Leben und schon gar nicht mehr aus unserem Wortschatz wegzudenken: Die Suchmaschine Google. Heute wird sie 13 Jahre alt und man fragt sich, was da noch kommt, wenn sie sich jetzt gerade mal in der pubertären Phase befindet. Hier mal ein kleiner Abriss und bisheriger Lebenslauf der Suchmaschine, die schon gar nicht mehr allein nur eine Suchmaschine ist:
- 1996: Die Studenten Larry Page und Sergey Brin arbeiten an einer neuen Suchtechnologie im Web, an der Universität Stanford
- 1997: Die Domain google.com wird registriert
- 1998: Das Unternehmen Google Inc. wird gegründet
- 1999: Die Suchmaschine geht online. Was auffällt: Kein Schnick schnack, kein Bling Bling. Einfach nur das Logo und die Sucheingabe, womit sie sich im Laufe der Zeit von allen anderen Suchmaschinen abheben wird.
- 2000: Die Google-Toolbar entsteht und kann in den Browser eingebunden werden, um schneller nach gewünschten Begrifflichkeiten zu suchen. Außerdem verkauft Google erstmals Anzeigen, die für die Suchebegriffe eingeblendet werden. Dieses Geschäft wird Grundlage für Google's Erfolg.
- 2001: Führungswechsel bei Google. Der ehemalige Novell-Chef Eric Schmidt wird Google-CEO und bringt Ordnung in die Finanzen
- 2002: Start von Google News, der Google Nachrichtensuche und Froogle (heute Google Products), der Google Produktsuchmaschine.
- 2003: Google startet den Bloggingdienst Blogger.
- 2004: Dieses Jahr passiert eine Menge: Google startet den Emaildienst GMail / Googlemail, kauft die Software Picasa, geht an die Börse (nach einem Tag wird Google mit 23 Milliarden Dollar bewertet), startet mit dem PC-Suchprogramm Google Desktop und beginnt in Zusammenarbeit mit rennomierten Universitäten, millionen Bücher zu digitalisieren, mit dem Projektnamen Google Books
- 2005: Start des Kartendienstes Google Maps, welche auch regionale Suchanfragen zulässt (z.Bsp. nach Werkstätten etc), iGoogle - die personalisierte Google-Startseite wird ins Leben gerufen und Google Talk entsteht, der damals dem Messenger ICQ Konkurrenz machen sollte.
- 2006: Dieses Jahr ist auch wieder sehr Ereignisreich. Google Earth wird veröffentlicht, Google Finance für Aktieninformationen, der Online-Bezahldienst Google Checkout und die Onlinekonkurrenz zu Microsoft Office Google Docs. Außerdem übernimmt Google für schlappe 1,65 Mrd. Dollar die Videoplattform Youtube, was sich bis heute aber als nicht profitabel erweist, da durch die riesen Datenmengen, Kosten von 1 Million Dollar pro Tag aufkommen.
- 2007: In diesem Jahr kommt es zu einem Urheberrechtsstreit zwischen Viacom ("MTV") und Google, wegen Verletzungen auf Youtube. Viacom verlangt 1 Mrd. Dollar Schadenseratz. Desweiteren schnappte sich Google vor Microsoft die Werbefirma Doubleklick für 3,1 Mrd. Dollar und dominiert bis heute das Anzeigengeschäft im WWW. Im November des Jahres startete Google die OpenSocial-Initiative, mit der soziale Netzwerke wie XING oder MySpace untereinander Daten austauschen können, um Facebook Paroli zu bieten. Ein WerbeBündnis mit MySpace wird geschlossen, wofür Google 900 Millionen Dollar zahlt. Ende des Jahres präsentiert Google sein Handybetriebssystem Android welches im 4. Quartal 2008 auf den Markt kommen soll.
- 2008: Es entsteht die umstrittene US-Patientendatenbank Google Health und die ersten Autos mit Rundum-Kameras fahren durch deutsche Straßen und fotografieren für Google Streetview Straßen und deren Umgebung. Ende des Jahres veröffentlich Google seinen Browser Google Chrome und greift somit Microsofts Internetexplorer und dessen Stellung im Enduserbereich an.
- 2009: Anfang des Jahres kauft Google für 900 Millionen Dollar das Unternehmen AdMob, welches mobile Werbung anbietet.
- 2010: Google veröffentlicht Google Buzz, welches man für den Austausch von Nachrichten und Kommentaren nutzen kann.
- 2011: Google übernimmt für einen unbekannten Preis das Unternehmen Pittsburgh Pattern Recognition, welches eine Gesichtserkennungssoftware für Fotos und Videos entwickelte. Außerdem kündigte das Unternehmen an die Mobilfunksparte von Motorola Motorola Mobility, für 12,5 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Nicht nur der Google +1 Button - welcher dem Facebook-Gefällt-Mir-Button Konkurrenz machen soll, wurde vorgestellt, sondern auch das Soziale Netzwerk Google + welches (mal wieder) dem blauen Riesen in der sozialen Netzwelt parole bieten soll und mit verbesserten Funktionen wie den Google + Circles eine deutlichere Trennung zwischen Freunden, Bekannten und zum Beispiel Arbeitskollegen verspricht. Das Projekt ist derzeitig noch in der Beta-Phase.
Wie man erkennen kann, hat Google mit seinen 13 Jahren schon einiges auf dem Buckel und unzählige Projekte gestemmt. Laut einer Studie von Millward Brown hatte Google im April 2010 einen Wert von 114,3 Milliarden Dollar, das kann nicht jeder 13-Jährige von sich behaupten.
Man kann nur gespannt sein, wie es weiter geht, aber sollte in der ganzen Euphorie nicht vergessen, dass das Unternehmen mit jedem Zuwachs und jeder Neuveröffentlichung an Wert und Einfluss gewinnt und sollte das Ganze auch mal kritisch betrachten.






